Neubau einer Kindertagesstätte in Aichtal

Aichtal
Lageplan
Lageplan
1 2 3 4 5 6

In Zusammenarbeit mit (se)arch freie Architekten BDA aus Stuttgart entwickelte die ee concept GmbH einen Beitrag zum Realisierungswettbewerb "Neubau einer Kindertagesstätte in Aichtal". Dabei wurde ein mit der Architektur verwobenes Energiekonzept entwickelt, dass auf Basis einfacher und kindgerecht verständlicher Technik klimatische Vorteile für das Gebäude bietet.

Es beginnt mit der Einbindung der mikroklimatischen Situation in die Baukörpergestaltung. Ausgehend von der exponierten Hanglage mit Südausrichtung wurde dabei der Öffnungsanteil in dieser Orientierung erhöht und über fassadenintegrierte Luftkollektoren mit Ost-, West- und Süd-Ausrichtung und einem temporären „Wintergarten“ auf der Südseite des Gebäudes die Energiegewinne im Winterfall gesteigert.

Dabei gliedert sich das Gebäude energetisch in 4 unterschiedliche Zonen: die Gruppenräume der Kinder mit natürlicher Fensterlüftung; die offenen Erschließungs- und Gemeinschaftsbereiche angeschlossen an eine teilaktive, mechanische Abluft, die über Fassadenkollektoren und eine Sohlplattenaktivierung vortemperiert wird; die natürlich gelüfteten, nach Norden orientierten, untergeordneten Versorgungsräume und die außenliegenden Spielbereiche der Kinder, die über einen temporären, transparenten Windschutz auch im Winterfall als Spielbereiche genutzt werden können. Im Sommerfall ermöglicht diese Zone ohne Windschutz eine erhöhte Abschattung der Gruppenraumfassaden.

Kernelement des Energiekonzepts sind aneinander gekoppelte fassadenintegrierte Luftkollektoren und eine Sohlplattenaktivierung. Sie erzeugen lokal unterschiedliche Energieniveaus, die über eine einfache Steuerung bedarfsgerechte Vortemperierung der Zuluft ermöglichen. Im Winterfall wird die Luft für die höchste Leistung über den Süd- und Ost-Kollektor geführt und unter dem Gebäude über die Sohlplattenaktivierung verteilt. In der Übergangszeit wird zuerst der Süd-Kollektor im System abgeschaltet. Im Sommerfall führt eine reine Lüftung über den Sohlplattenbereich zu einer Vorkühlung der Luft.

Die thermische Qualität der Gebäudehülle übererfüllt die Anforderungen der EnEV. Durch die vorgelagerte transparente Schale ergeben sich mittlere U-Werte um 0,2 W/m²K. Die im Sinne des Transmissionswärmeverlustes besonders relevanten Fenster zur Südseite werden durch die temporäre Schale geschützt. Die U-Werte der Gesamtzone erzeugen dann im Winterfall ähnliche Verluste wie eine Dreifach-Verglasung bei Einsatz einer Zweifach-Verglasung in diesen Bereichen.

Zusammenfassend basiert das Konzept auf der verstärkten Nutzung lokaler Energiequellen insbesondere im Lüftungssystem und der Zonierung. Es erzeugt dabei systembedingt einen erhöhten Bezug zum Außenraumklima und bietet so die Möglichkeit, kindgerecht klimatische Effekte wahrzunehmen.

Das Bearbeiterteam konnte mit seinem Beitrag den dritten Platz im Wettbewerb erringen. Weitere Informationen zum Projekt finden sie bei (se)arch freie Architekten BDA.